Klimaforscher loben deutsches Klimapaket – Wie bitte? Jetzt auch FakeNews von einem renommierten Fachmagazin?

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“Klimaforscher loben deutsches Klimapaket”, so lautet die Headline des Fachmagazins ErneuerbareEnergien. Und gleich darunter erfahren wir: Die Einführung des CO2-Preises könnte Leitinstrument im globalen Klimaschutz werden und positve Kettenreaktion auslösen. 

Das ist tatsächlich eine verlockende Idee, denn weiter im Text heiß es: 

Nun melden sich drei Wissenschaftler des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) und des Exzellenzzentrums für Soziales und Ökonomisches Verhalten an der Universität zu Köln mit einer Analyse zu Wort. Ihr Fazit: Das Wichtigste am jüngst beschlossenen deutschen Klimapaket sei nicht die Wirkung im Inland, wo rund zwei Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen entstehen. Es sei vielmehr „der potenzielle Beitrag zur Lösung des internationalen Koordinations- und Kooperationsproblems“, urteilen die Ökonomen Ottmar Edenhofer, Matthias Kalkuhl und Axel Ockenfels. […]
Ausgangspunkt ist die im deutschen Klimapaket angelegte Architektur für eine umfassende CO2-Bepreisung: Einstieg mit einem Fixpreis, mittelfristig ein nationaler Emissionshandel für Verkehr und Wärme und langfristig Integration in den EU-Emissionshandel mit einem Mindestpreis. „Zwar ist der CO2-Preis unter einer Fülle von Fördermaßnahmen und ordnungsrechtlichen Regelungen verschüttet, deren Wirksamkeit und Kosten höchst unsicher sind“, erklärt MCC-Direktor Edenhofer. „Aber inzwischen wird die Rolle des CO2-Preises auch von der neuen EU-Kommission gestärkt. Nach der Ankündigung, Europas Emissionsziele zu verschärfen, wird Brüssel wahrscheinlich von sich aus eine Erweiterung des europäischen Emissionshandels angehen – und im Zuge dessen auch die Harmonisierung der Energiesteuern.“

Ja, liebe Redaktion von  Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Allerdings sind Ottmar Edenhofer, Matthias Kalkuhl und Axel Ockenfels keinesfalls Klimaforscher, wie ja auch aus Eurem Artikel hervorgeht. Und klar, auch das noch kleine eemag weiß durchaus. mit der Headline kann man einiges hinbiegen. Hinbiegen solltet Ihr allerdings nicht den Inhalt Eures Artikels.

Richtig schön wäre es erst, wenn Klimawissenschaftler mit dem Klimapaket der Bundesregierung zufrieden wären. Das sind sie aber eben nicht wie sich hier, hier und an vielen anderen Stellen zeigt. Das Paket taugt gar nichts und weist mal wieder in die Richtung wir tun ja was, nur trauen tun wir uns nicht wirklich, also tun wir so als hätten wir was getan. Und die zwei Prozent CO2 am Weltaufkommen kann man ja gern vernachlässigen, aber so argumentieren alle. Und wir haben damit noch keinen der 193  Staaten auf dieser Welt die überzeugt. Ein CO2-Preis ist auch kein überzeugendes Argument. Wir sollten zeigen, dass Energiewende in einem hochindustrialisiertem Land auch geht und wir sollten zeigen, dass das auch billiger kommt, als schnöde weiterzumachen oder herumzudiskutieren um Zeit zu schinden. Dass das geht, davon sind wir überzeugt, dass es politisch boykottiert wird, davon allerdings auch. Wie wäre es also, wir würden gemeinsam an einem Strang ziehen, liebe Profi-Schreiber? 

Sonnige und kollegiale Grüße vom Redaktionsteam eemag 

Klaus Müller
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Blogger in Sachen Klimaschutz & Energiewende