Klimaschonende Schulen

PHOTOVOLTAIK UND ERNEUERBARE WÄRME FÜR SCHULEN UND KINDERTAGESSTÄTTEN

Klimaschonende Schulen
Bild-Quelle: Pixabay Klimaschonende Bürgerenergie für Schulen und Kitas

Schulen sanieren ohne ausreichende Haushaltsmittel

Die bevorstehende gesetzliche Verschlechterung in der Wärmeversorgung betrifft ganz besonders Schulen. Zahlreiche Schulleitungen und Liegenschaftsverwaltungen befürchten hohe und nicht bezahlbare Gaspreise. Zudem häufen sich Klagen über kaum finanzierbare Projekte, besonders dass die Finanzierung von erneuerbaren Heizungen nicht gestemmt werden kann.

Politik, Lehrerschaft, Schulleitungen und Eltern warten auf das schnelle Ende vom Sanierungsstau und einen zeitnahen Gasausstieg.

Je nach Aufgabe, Investitionen und anderen Faktoren gibt es verschiedene externe Finanzierungsformen über Bürgerenergieangebote, Stiftungen, Crowdfunding oder Contracting. Ganze Solar- und Windparks sind so finanziert und installiert worden. Das sind gute Perspektiven für kommunale und private Projekte, um Schulen klimaschonend auf erneuerbare Energien umzurüsten.

Zusätzlich unterstützen wir privates Engagement und integrieren Eltern, die Lehrerschaft und Nachbarn in die Projektfinanzierung, sodass Schulen erstmals auch Einnahmen bringen, anstatt nur zu kosten.

Unsere erste klimaschonende Schule in Betrieb!

Zusammen mit der Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (FRABEG) setzte am 12.11.2024 der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef die erste Photovoltaikanlage der Genossenschaft auf einer Frankfurter Schule in Betrieb.
An dieser Genossenschaft sind wir von der NGO „Europäischen Energiewende Community e.V.“ (EEC) mit dem Projekt: „Klimaschonende Schulen“ beteiligt.

Eine Ausweitung der erneuerbaren Ersatztechniken auf Kühlung und Heizung sowie E-Mobilität bereiten wir vor, unter anderem mit der Gründung einer gemeinnützigen Stiftung.

Dazu suchen wir als Pilotprojekt Gebäude mit Energie- oder Finanzierungsproblemen in den Schulen/Kitas, öffentliche, soziale, religiöse oder andere Nichtwohngebäude. Zusätzlich freuen wir uns über Unterstützung für die neue Stiftung in den Bereichen Kommunikation, IT (Webseite, Datenbank), Recht (für die Satzungserstellung und juristische Grundlagen), Projektmanagement, Finanzierung und Social Media). Anfangs zunächst im Ehrenamt.

Bauliche und energetische Schulsanierungen

Schulen und Kindertagesstätten befinden sich oft in einem schlechten baulichen Zustand. Zeitungsberichten sprechen sogar offen von einem „Notstand an öffentlichen Schulen“ (Frankfurter Rundschau vom 07.02.2024: „Frankfurts Schulleitungen schlagen Alarm“).
Wo hängt es in der öffentlichen Verwaltung an der Umsetzung von erneuerbaren Energieprojekten in Schulen und Kitas?
Hauptgründe sind:
– Nicht ausreichende Haushaltsmittel
– Fehlendes Personal
– Hohe Bürokratiehürden wie beispielsweise europaweite Ausschreibungen
– Aktuell fehlende ausführende Bau- und Installationsunternehmen.

Parlamente nehmen jede einzelne Wärmepumpe / Photovoltaikanlage / Fassade- / Dachsanierung einzeln und pro betroffene Schule auf die Tagesordnung.

Meist fehlen Kenntnisse über neue und wirtschaftlich verantwortbare Techniken, wie Wärmepumpen-Erdkollektoren mit hohen Effizienzwerten oder wartungsfreie und kostengünstige Infrarotheizungen. Auf der Schulbaumesse (Februar 2026) in Stuttgart, wurden weitere innovative Techniken und Systeme in der Schultechnik vorgestellt.

Doch Licht am Ende des Tunnels zeichnet sich jetzt immer häufiger ab. Regentropf-Eimer in den Klassenräumen könnten bald der Vergangenheit angehören.

Erneuerbare Energieanlagen versorgen Schule und Nachbarn

Es ist technisch möglich und finanzierbar, eine Schuldachsanierung mit dem Bau von Photovoltaikanlagen und erneuerbaren Heizungen zu verbinden. Besonders, wenn das Dach sowieso saniert werden muss.

Klimaschonende Heizungen/Kühlungen sowie Schnittstellen zur E-Mobilität sollten daher in einer einzigen Planung zusammengefasst werden.

Allerdings: eine bauliche Sanierung (Fensteraustausch und großflächige Dämmungsmaßnahmen) ohne einen gleichzeitigen energetischen Heizungsaustausch ist die teuer und sollte nur dann in die Projektplanung einbezogen werden, wenn die Bausubstanz dies zwingend erfordern. Denn potenzielle externe Investoren erwarten Renditen, und sind sehr vorsichtig, wenn Unwirtschaftlichkeit droht.

Denkmalschutz kann ebenso in die Planungen und Finanzierungen integriert werden. Besonders klimaschonend ist es, wenn die Gebäudekühlung im Sommer überwiegend von der Wärmepumpe und Solarstrom vom Dach erfolgt.

Verwaltungsblockade beenden

Öffentliche oder kommunale Schulsanierung verliefen meist so:
Zunächst wurde in den kommunalen Investitions- und Haushaltsplänen geprüft, ob genug Geld vorhanden ist.

Bei technischen Investitionen durch die öffentliche Hand sollte der Schulträger auch Eigentümer der Technik bleiben oder werden. Energieprojekte sind deshalb auch aus öffentlichen Finanzmitteln mitzufinanzieren. Entsprechende Förderungsangebote sind ausgiebig zu prüfen.

Fazit: wenn eine Heizung nicht repariert wird, sitzen die Kinder und Erwachsene im Winter mit dicken Mänteln und Handschuhe in den Klassenräumen.

Bei einer Zielvorgabe erneuerbare Energien für Strom, Kühlung/Wärme und E-Mobilität für idealerweise gleich mehrere Schulen zu planen, gleicht einem Quantensprung.

Denn hunderte einzelner Verwaltungsakte mit entsprechender Bürokratie fallen weg, da für eine gemeinsame energetische und bauliche Sanierung nur ein einziger Vorgang nötig wird. Denn es werden gleich mehrere Schulen einbezogen.

Finanzierungsmodelle im kommunalen Klimaschutz

Dies ist ausbaufähig! Zivilgesellschaft und Liegenschaftsverwaltungen der Schulen sind aufgefordert, Klimaschutzbildung und Sanierungen selbst zu organisieren. Idealerweise finanziert durch Bürgerenergie oder anderen Finanzierungen, welche die Haushalte oder die Finanzierung nicht überlasten.

Durch Bürgerenergie, Crowdfunding, Leasing und Contracting fallen Vorfinanzierung der gesamten kommunalen Investitionskosten weg. Plötzlich entsteht ein finanzieller Spielraum im Haushalt. Zahlreiche andere Projekte können dadurch früher umgesetzt werden.

Neue Einnahmequellen entstehen zusätzlich. Mit der EU-Vorgabe vom Energy-Sharing kann der Strom auch in der Nachbarschaft verkauft werden. Doch nach dem Ende der Ampel-Regierung wird es wohl noch etwas dauern, bis die zusätzlichen Einnahmen die ohnehin schon stark reduzierten Energiekosten nochmals reduzieren.

Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen sparen reichlich Energiekosten ein. In Sektorkopplung sind bis 70 % der Energiekosten für Strom, Heizung/Kühlung und eventuell in der E-Mobilität machbar, und zwar alle drei Energiekosten zusammen berechnet!

Einnahmen aus dem (hoffentlich) zukünftigen Photovoltaikverkauf werden auch der Nachbarschaft angeboten. Gesparte öffentliche Haushaltsmittel könnten zumindest theoretisch für weitere CO₂-Einsparungsprojekte eingesetzt werden.

Die Schülerschaft einer Schule in Heusenstamm (Hessen) hat dies schon geschafft.

Somit werden auch soziale, gemeinnützige und kommunalen Einrichtungen organisatorisch und finanziell zu unterstützt.

In die Klimabildung investieren

In der Politik, bei Eltern und überraschenderweise auch in der Lehrerschaft besteht ein hoher Nachholbedarf in der Klimaschutzbildung.
Nach einer Studie vom bayrischen Jugendfernsehen (BR) haben ca. 20 % der Jugendlichen zwischen 13 Jahren und 19 Jahren den Begriff „Klimaschutz“ noch nie gehört.

Besonders Klimaschutzbildung in der Schülerschaft, für Eltern und der Lehrerschaft muss jetzt angegangen werden. Klimaschutz muss als Pflichtfach in jede Schule eingeführt werden und die entsprechenden Rahmenrichtlinien von den Kultusministerien der Bundesländer entsprechend angepasst werden.

Die EEC-Kampagne „Klimaschonende Schulen und Kitas“ vom Verein „Europäische Energiewende Community e. V.“ folgt dem klaren Bildungsauftrag und möchte erneuerbare Energietechniken in die Schulen bringen, um die Energiewende zu beschleunigen.

Einer der Schwerpunkte besteht darin, Lösungen für die Klimakrise in die Schulen zu bringen. Das Interesse in der Schülerschaft ist groß, besonders in den Abschlussklassen. Dort wächst die Hoffnung auf Perspektiven auf eine zukünftige Ausbildungsstelle/Berufsausbildung im Klimaschutz und der Energiewende. Besonderen Wert legen wir auf Chancen für junge Frauen im Berufsstart.

Vernetzung und Mitarbeit gesucht

Bei Interesse an inhaltlicher und organisatorischer Mitarbeit / Vernetzung, Beteiligung am Start-up ENERGIE WENDE ZENTRUM oder der neuen gemeinnützigen Stiftung bitte hier kontaktieren.

image_print
Über Juergen Eiselt 19 Artikel
Klimaaktivist von Anfang an - erste Demo gegen Kohlekraftwerke schon Anfang der 1980er Jahre - Ausbildung: - Projektmanager für erneuerbare Energien, inklusive Energieberatungsausbildung - Berufserfahrungen: - Photovoltaikplanungen, Energieberatungen vor Ort, Konzepterstellung - Kommunikation: Energiefachbuchautor / Publizist - Vorträge und Präsentationen rund um Klimaschutz und erneuerbare Energien - Unterstützung von Umwelt- und Klimaschutzverbände