2020 – Hier ist mein Standpunkt

Gastautor Michael Jungbluth

Was 2019 war und was 2020 kommt.

Der tagesspiegel schrieb am 28.8.2019 kurz nach der Ankunft von Greta Thunberg in den USA:
„In einer Zeit, in der sich die westliche Welt dem Populismus hilflos ausgeliefert wähnt, bleibt doch das nackte Argument die schärfste Waffe. Vielleicht ist hier zu finden, was alle suchen: die Resilienz der Zivilgesellschaft.“ (Resilienz ist das Gegenteil von Verwundbarkeit.)
Quelle Tagesspiegel

Energiewende – Argumente jenseits des Klimawandels

Die Facebook-Gruppe Europäische Energiewende ist ein Sammelbecken an Lösungen und Argumenten pro Dekarbonisierung. Aktuelle Diskussionen aus Energie- und Klimapolitik werden dort analysiert. Neu ist, dass daraus resultierende Faktenchecks und wichtige Themen als Gastbeiträge in einem Online Magazin publiziert werden, welches am 1.1.2020 seine Geburtsstunde hatte. – Eine enorme Weiterentwicklung der Gruppe.

heise.de veröffentlichte bereits am 1.11.2019 einen – für mich persönlich sehr bedeutenden – Artikel, an dem man sich künftig orientieren sollte. Zitat: „Genug gute Gründe für eine qualifizierte Energiewende machen die ohnehin sinnlose Debatte um eine menschengemachte Klimaerwärmung weitestgehend überflüssig.“
Quelle heise.de

Wenn ich mal wieder Mist gebaut hatte und meine Mutter kein Wort mit mir wechselte statt zu schimpfen, wusste ich, dass ich die Grenze klar überschritten hatte

Resume nach einem Jahr gewaltfreien Klima-Protests: Ein Maßnahmen-Päckchen der Bundesregierung und der enttäuschende Ausgang des 25. Klimagipfels in Madrid, was mehrmals in der Presse völlig zurecht als Angriff auf das Pariser Klimaabkommen benannt wurde. Am 16.12.2019 zitiert WELT Luisa Neubauer in ihrer Überschrift: „Was sollen wir denn noch machen?“ Bereits am 14.12.2019 kündigte die Sprecherin der FFF Köln Leonie Bremer an: „Denkbar seien etwa gezielte Aktionen gegen Politiker, die aus Sicht von Fridays for Future das Thema Klimaschutz besonders blockieren. Dazu wollen wir auch bundesweit mit anderen Ortsgruppen und Bündnissen zusammenarbeiten.“ – Und Scientists for Future einen Monat vorher: „Uns – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – macht das Regierungsversagen sprachlos. Seit Jahren weisen wir auf die hohen Risiken der Klimakrise hin. Wir werden in Gremien und Kommissionen eingeladen – aber unsere Erkenntnisse werden ignoriert. Wir haben alles gesagt – jetzt muss gehandelt werden! Aus diesem Grund werden wir am Freitag, 15.11.19, 12.30-13.30 Uhr vor dem Bundeskanzlerinnenamt schweigend demonstrieren.“

Quellen: WELT, Aachener Nachrichten, SFF

Es mangelt nicht an Aufmerksamkeit für das Thema Klimawandel

Neben den Aktionen von XR und Ende Gelände entwürdigte Greenpeace die CDU, indem Aktivisten dieser traditionsreichen NGO ihnen am 21.11.2019 das C streitig machten und eine medienwirksame Kampagne starteten. Das war ein herber Schlag für diese Partei. Der YouTuber Rezo veröffentlichte am 18.5.2019 sein Video mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“ und belegte alle seine Aussagen mit Fakten. Die Quellen dazu hatte er alle im Video mitgeliefert. Sein Video wurde bislang über 16 Mio. mal aufgerufen. Quelle ZEIT.

Die schweigende Mehrheit agiert oft zu emotional und ist völlig planlos

Die meisten Bürger könnten gar nicht die Bedeutung und Vorteile der Energiewende für Ökosysteme, Wirtschaft, Kommunen und Gesellschaft nennen. Ersetzen wir doch einfach diese Klimadebatte durch die Frage: „Wie schaffen wir die Dekarbonisierung?“ Wer bitteschön ist denn heute noch für Kohlestrom? Für das „Warum“ sollte man heute keine Zeit mehr verschwenden. Eher sollten wir den Zweiflern die Frage stellen, zu welchem Preis sie an fossilen Brennstoffen festhalten wollen. Die Nörgler haben sich schon immer über hohe Spritpreise oder die Einführung der neuen Währung beschwert und tun es sogar noch heute. Doch wir sollten nicht zulassen, dass sie die Gesellschaft vergiften. Hier ist Aufklärung gefragt. Wissenstransfer in homöopathischen Dosen lautet die Therapie. Vergesst bitte nicht, dass Energiewende sehr komplex ist und unsere Gesellschaft mit der alltäglichen Informationsflut ohnehin schon überfordert ist. Die schweigende Mehrheit ändert ihre Gewohnheiten, sobald sie Vorteile für sich erkennt. Je eher die Rahmenbedingungen geschaffen werden, desto preisgünstiger und ökologischer werden E-Mobilität und Wärmewende.

Angst ist kein guter Berater

Warum lassen wir uns immer noch von der Angst leiten, dass wir die Energiewende nicht rechtzeitig schaffen könnten, bevor das Klima kippt? Warum glauben wir, dass wir jeden einzelnen zum mitmachen bewegen müssen? Ja, es ist 5 vor 12. Aber genau deshalb brauchen wir keine Zeitfresser. Darum sollten wir effizienter arbeiten. Warum wird auf unsere Forderungen nicht eingegangen, obwohl die Gesellschaft im Kerngedanke hinter uns steht? Energiewende wird blockiert von Menschen, die sich ihrer (politischen) Verantwortung entziehen. Ich finde, wenn man bemerkt, dass etwas nicht funktioniert, sollte man seine Strategie ändern. Die breite Bevölkerung ist ausreichend sensibilisiert worden und fordert laut jüngsten Umfragen bessere Klimaschutz-Maßnahmen von der politischen Führung. Alle, die fürs Klima kämpfen, sollten stolz darauf sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nun Zeit ist für die nächste Phase: Hintergrundwissen transportieren und den Verantwortlichen detailliert ausformulierte Aufgaben stellen. Unsere schärfste Waffe sind Fakten, denn diese entkräften die Argumente der Zweifler, die unsere Gesellschaft – bewusst oder unbewusst – durch Desinformation spalten und vergiften. Erinnern wir uns an die Argumente jenseits des Klimawandels. Die Menschen werden uns viel eher zuhören. Volker Quaschning sagte: „Die Energiewende muss ein Man-on-the-moon-Projekt werden.“

Was haben die Beschimpfungen und Beleidigungen den Skeptikern genützt?

Viele Skeptiker haben einfach nur Angst vor einer „Ökodiktatur“, verdrängen, und fragen, warum wir wirklich „das Klima retten müssen“. Andere wiederum sind genervt wegen dem Presserummel um Greta Thunberg. Das Thema Klimaschutz wollen sie nicht mehr hören. Greta Thunberg und die For Future Bewegung haben im Jahr 2019 mehrmals souverän Angriffe abwehren können und große Sympathie der breiten Gesellschaft verdient erhalten. Deren Angreifer haben sich in 2019 wie Clowns aufgeführt und sich mit schwachen Argumenten und Lügen in der Öffentlichkeit blamiert. Energiewende ist eine spannende Aufgabe, die die Menschen begeistert. Und diese Begeisterung lässt sich nicht kippen.

Wir alle möchten unsere Umwelt schützen

Und das ist auch gut so! Meine Familie unterstützt seit vielen Jahren den NABU und wir arbeiten seit über 10 Jahren ehrenamtlich für den Tierschutz. Wir sollten versuchen, Naturschützer von der Dekarbonisierung zu überzeugen. In Diskussionen mit Windkraft-Gegnern lässt sich folgende Kernaussage erkennen: Sie sehen eine Gefahr für den Trinkwasser-, Umwelt- und Artenschutz. Ausbau von Windenergie ist mit Artenschutz durchaus vereinbar, nur für Hardliner und deren unsachlichen Argumente habe ich einfach keine Zeit mehr übrig. Ich stelle die Verhältnismäßigkeit wieder her, ohne nur ein einziges mal darauf hinweisen zu müssen, dass bedeutend mehr Vögel durch Stromleitungen getötet werden als durch Windräder. Denn dies halte ich für eine schwache Argumentation. Wie funktioniert das? Das Thema ist mir selbst eine Herzensangelegenheit. In einem Beitrag schrieb ich über Ressourcennutzung und zeigte die Vorteile der Erneuerbaren Energien für Natur und Umwelt. – Mit Argumenten jenseits des Klimawandels

Erneuerbare Energie und der Flächenverbrauch