Greenwashing der Übertragungs-Netzbetreiber bei FFF

Greenwashing der Übertragungs-Netzbetreiber

„Fridays for Future (FFF) lassen sich leider systematisch von den Netzausbau-Profiteuren strategisch einbinden und betreiben kritik- und ahnungslos Greenwashing-Dienste für die in der Renewables Grid Initiative versammelten Trassenbefürworter.“ Dörte Hamann, Pressesprecherin von „Die Stromautobahn – Das Informationsportal gegen unnötige Stromtrassen“ aus Leinburg bei Nürnberg hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg: Sie ist stinkesauer. Denn die Klimaschützer von FFF organisieren seit einiger Zeit Webinare, in denen Campaigner von Umweltverbänden mit Vertretern von Übertragungs-Netzbetreibern (ÜNB) als Fachleute über Ökoenergiethemen sprechen.“

Screenshot DGS

So beginnt der gestrige Artikel von Heinz Wraneschitz im Magazin der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie e.V.. Und damit hat Heinz dann den Nagel getroffen, wir berichteten bereits vorgestern in einem eigenen Artikel. Und eigentlich hätte unser Artikel bereits am Montag erscheinen sollen. Anlass war das erste Webinar von Fridays vor Future zum Thema 100% Erneuerbare Energie, wie geht das, das bereits am 2. April stattgefunden hat. Es wunderte mich sehr, dass die Fridays dort den Netzbetreiber 50Hz eingeladen hatte und jemanden von Germanwatsch. Die generierten sich dort als die besonnenen Aufklärer, hatten letztendlich aber die Agenda der Kohlekonzerne auf der Liste. Leider gibt es einige Organisationen, die im Ansatz nicht die dezentrale Energiewende verstanden haben, auf der der Umbau der Energiestruktur im Wesentlichen bestehen muss. Der „Zellularen Ansatz“ der VDE-Gesellschaft Energietechnik, der viel weniger neue Stromtrassen benötigt, und von dem in der Agenda der Übertragungsnetzbetreiber nichts zu lesen ist, hat den großen Vorteil, dass wir in der Energiewende zügig weiter kommen, während die großen Stromkonzerne mit fadenscheinigen Argumenten gerne die Unmöglichkeit des schellen Ausbaus der Erneuerbaren vorschieben. Solange die Netze nicht gebaut sind, kann eben nichts laufen. 

Am 16. Apr. sollte nun das zweite Webinar der FFF laufen und dort wäre dann Vera Bax vom Nabu und Gerald Kaendler vom ÜNB Amperion aufgetreten und hätte versucht die Kinder und Jugendlichen „auf Linie“ zu bringen. Über unsere Vernetzungen, auch über das BarCamp4Future, bei dem heute Abend auch Dörte Hamann Gast sein wird, war es uns dann gelungen, dass FFF dieses Webinar abgesagt hatte.

Wer Lust hat die Position von Dörte genauer erklären zu lassen, hat dazu heute Abend Gelegenheit. Barcamp ist eine Liveveranstaltung und man erhält den Zoomlink über diese Adresse https://barcamp4future.eu/ 

Heinz Wraneschitz schreibt in seinem Artikel weiter: „Mit den ÜNB machen übrigens viele bekannte Umweltverbände seit einiger Zeit gemeinsame Sache. Auf europäischer Ebene bekennen sich besagte NABU, Germanwatch, aber auch der WWF in der so genannten „Renewables Grid Initiative“ (RGI) zum Zig-Milliarden-Euro-teuren Höchstspannungsnetzausbau in der EU. Die deutschen „NGO“ arbeiten in der RGI mit Umweltverbänden aus Holland, Frankreich oder Spanien eng zusammen. Aber eben auch mit den ÜNB aller möglicher EU-Länder: Das Who-is-Who der Stromnetzbetreiber von 50Hertz bis TransnetBW ist hier versammelt. Schon das allein lässt vermuten, beim hiesigen ÜN-Ausbau ist das Argument, Windstrom aus Deutschlands Norden nach Bayern oder Baden-Württemberg zu transportieren nur vorgeschoben: Es geht offensichtlich um transnationale Wirtschaftsinteressen. Bezahlt wird RGI übrigens stark aus dem Programm „Horizon 2020“ der EU-Kommission, von der Mercator-Stiftung und durch das Bundeswirtschaftsministerium BMWi.

Und hier kann man sehen wie die Vernetzungen im Hintergrund laufen. 

Greenwashing der Übertragungs-Netzbetreiber

 

Sonnige Grüße

Klaus Müller
Energiewende-Rocken


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„Fridays for Future (FFF) lassen sich leider systematisch von den Netzausbau-Profiteuren strategisch einbinden und betreiben kritik- und ahnungslos Greenwashing-Dienste für die in der Renewables Grid Initiative versammelten Trassenbefürworter.“ Dörte Hamann, https://t1p.de/r3xt

 

 

 

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