Energieunabhängigkeit für Wohngebäude

Energieunabhängigkeit für Wohngebäude!

Energie ist genug vorhanden.
Flächen und Erneuerbare Energien Techniken sind in Deutschland ausreichend vorhanden, um 100% Energiewende bis 2030 zu erreichen

Weg vom Gas durch Erneuerbare Energien

Dafür müssen wichtige Fragen beantwortet werden:

1. Sind die Energiekosten überhaupt noch bezahlbar?
2. Müssen wir im Winter frieren?
3. Wie kommen wir so schnell wie möglich „Weg vom Gas“?
4. Alternativen zu Erdgas und Erdöl.

Energiekosten senken

Warum steigen die Energiepreise?

Energieabhängigkeit in Deutschland ist der Preis für den seit Jahren verpassten Umstieg auf Erneuerbare Energietechniken. Diese Energiewende muss so schnell wie möglich umgesetzt werden, damit es zu einer umfassenden Energieunabhängigkeit kommt. Sonst drohen nicht nur durch Putins Energiekrieg Konsequenzen. Auch die Klimakrise lässt uns keine Zeit mehr, um fossile Strukturen weiter zu betreiben.

Starre Preisbildungssysteme wie der aktuelle Stromhandel und die völlig missratende Energiepolitik der letzten Jahre sind mit verantwortlich, dass die Energiepreise steigen. Auch gierige Händler und natürlich Putins Angriffskrieg treiben die Preise in die Höhe. Dieses System zu durchbrechen ist Aufgabe der neuen Bundesregierung. Die ersten Ansätze sind bereits erkennbar.

Staatliche Unterstützung

Viele Menschen wissen aktuell nicht mehr, ob und wie sie ihre Strom- und Heizungskosten bezahlen sollen. Daher sind sowohl die Energieversorger, als auch Vermieter für Ratenzahlungen oder höhere monatliche Abschlagszahlungen gesprächsbereit.

Bei Grundsicherung oder dem zukünftigen Bürgergeld übernehmen jetzt schon staatliche Einrichtungen alle Heizkosten. Für Strom sind wohl ähnliche Hilfen in Planung. Auch für Haushalte ohne staatliche Transferzahlungen sind jetzt schon finanzielle Hilfen möglich.

Erneuerbare Energien haben den Vorteil, dass diese keine Rechnungen ausstellen. Wer Photovoltaikstrom vom eigenen Dach bezieht, oder von einer Bürgerenergiegemeinschaft, spürt den finanziellen Vorteil. Die Preissteigerungen für Netzstrom, Wärme und Benzin sind nicht mehr relevant. An Tankstellen für Benzin oder Diesel bleibt kein Cent mehr liegen.

Frieren im Winter?

Klare Antwort: NEIN. Niemand muss frieren.
Selbst bei größerem Ausfall können europäische Gasspeicher und mobile Heizanlagen dafür sorgen, dass zumindest die Raumtemperaturen in den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzen bleibt. Selbstverständlich weiß niemand, ob und wann der Gashahn komplett abgedreht wird. Erneuerbare Energietechniken sind heute schon in der Lage, hoch effektiv die benötigte Energie in Wärme umzusetzen. Da die Preistreiber Öl und Gas sehr schnell vom Markt verschwinden werden, sinken die Preise für Wärme mittelfristig.

Anforderungen für die nächste Heizsaison

Aber jeder Vermieter ist verpflichtet eine funktionierende Heizungsanlage zur Verfügung zu stellen. Es gibt entsprechende mobile Anlagen, welche heute schon bei Heizungsausfällen Mehrfamiliengebäude mit Wärme temporär versorgen.
Hausbesitzerinnen, Kleingewerbe, Büros und Liegenschaftsverwaltungen von öffentlichen Gebäuden müssen damit rechnen, dass die Preise nicht mehr bezahlbar sind, die Versorgung plötzlich ausfällt oder in naher Zukunft keine Handwerker mehr zu finden sind. Das gilt nicht nur für Vorleistungen im Energieeinkauf oder für neue Installationen. Denn bei einem flächendeckenden Umstieg auf erneuerbare Energien steigt auch die benötigte Personaldecke, um fossile Heizungen zu warten oder reparieren.

Was kann die Mieterschaft aktiv unternehmen? 

Auch für Mieterinnen gilt: „Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde muss nicht erzeugt und bezahlt werden“. Durch Dämmungsmaßnahmen, die auch die Mieterschaft unternehmen kann, entstehen spürbare Kosteneinsparungen.
Effizienzmaßnahmen bewirken, dass Wärme im Raum gehalten wird, bzw. die Sommerhitze draußen bleibt. Passive Sonnenschutzmöglichkeiten wie Innenrollos sind an fast jedes Fenster und Türen mit Glasscheiben anbringbar.
Wenn die Außenluft im Sommer wärmer ist als im Innenraum, kann die Hitze nach Innen kommen. Da dies nicht erwünscht ist, sollte bei entsprechenden Temperaturen, besonders in den Morgenstunden, gründlich und lange durchgelüftet werden.

Zahlreiche kleinere Maßnahme erzeugen im Winter erstaunliche Einsparwerte. Besonders effektiv sind:

1. Es reicht völlig, die Raumtemperatur um 1-2 Grad zurückzudrehen. Mit Temperaturen um 19 Grad friert niemand. Doch die geringe Absenkung der Raumtemperatur spart wertvolle Energie.

2. Türen und Fenster mit Isolierbändern abdichten (> Baumarkt). Früher setzten Menschen eine aus Stoff bestehende „Schlange“ ein, um an den Unterseiten der Türen Zugluft zu verhindern. Wenn Sie nachts Licht durchsehen können, wird es Zeit, das Entweichen der Wärme mit einem entsprechenden Stoffteil zu verhindern.

3. Die ungenaue Heizkörpersteuerung (eine Skala von 1-5 mit Nachtschaltung und Aus) ersetzen Sie mit programmierbaren Thermostaten. Diese bringen bis zu 5 % Einsparungen.

4. Die Heizung in Mietwohnungen unter 14 Grad abzudrehen, ist aber nicht ratsam und kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Denn wenn die Wohnung auskühlt, steigt extrem die Schimmelgefahr.

5. Zwischen Heizkörper und Wand/Fenster erreichen Dämmplatten hohe Einsparwerte. Beide Seiten sind mit wärmereflektierender Folie versehen. Aber Achtung: bei zu geringem Abstand, bzw. zu kleinem Luftpuffer, könnte Schimmel entstehen.

6. Falsches Lüften wirkt sich ebenfalls negativ auf potentielles Schimmelwachstum aus. Denn unter dem Schimmel-Taupunkt von ca. 14 Grad setzt sich Schimmelpilz fest. Denn dieser mag kalte und feuchte Räume. Dies kann sogar ein Verstoß gegen den Mietvertrag sein und finanzielle oder rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

7. Die Kästen für Rollladen mit Abdichtungsmassen verschließen (>Baumarkt).

8. Dämmstoffe für Innenwände, Faserplatten und Dämmfarbe wie Tapeten aufbringen.

9. Oft hilft auch ein (alter) Teppichboden für die oberste Geschoßdecke zum Dach.

10. Besonders Einstiegsluken für den Dachboden lassen viel Wärme Richtung Dach entweichen und sollten überprüft werden.

11. Die Bodenplatte im Keller erzielt auch relevante Einsparwerte, wenn die Wärme am Verlassen des Kellers zum Erdreich durch entsprechende Dämmstoffe verhindert wird (>Baumarkt)

12. Alle offenen Leitungsrohre mit warmem Wasser sind mit Baumarkt-Materialien abdichtbar.

Hinweise:

– Kein Möbelstück wie eine Couch vor Heizkörper aufstellen. Wärme wird von den Möbeln reflektiert und das Thermostat meldet: „Temperatur erreicht“. Es schließt, obwohl der Raum weiterhin kalt ist. Dies führt zu hohen, unnötigen Kosten. Das Gleiche gilt auch für Vorhänge, die über die Heizung bis zum Boden reichen.

– NIEMALS die Wohnung auskühlen lassen. Nach einer kalten Nacht und abgeschalteter Heizung, verbrauchen Sie mehr Energie, als wenn Sie die Heizung auf niedrigen Werten (über den Taupunkt!) durchlaufen lassen.

– Nicht empfehlenswert sind Folien, die an Fenster-Innenseiten aufgebracht sind. Diese dämmen zwar, doch die Folien gehen oft schlecht ab und verhindern die klare Durchsicht vom Glas.

– Stellen Sie Kühlschränke nicht in die Sonne. Falls ein anderer Standort möglich ist, vermeiden Sie diesen unnötigen Stromverbrauch.

– Tücher oder andere schattenspendende Maßnahmen verhindern im Sommer das Aufheizen der Wände und Möbel. Diese geben nachts die Wärme wieder ab.
Hierzu ein Hinweis:

Wie kommen wir schnell und endgültig weg vom Erdgas?

Aktuell erleben Energieberaterinnen als auch Unternehmen mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien, eine nie gekannte Nachfrage und müssen sich auf eine völlig neue Lage einstellen.
In den Baumärkten werden überwiegend stromfressende Elektroheizungen knapp, obwohl klassische Elektroheizungen weiterhin die teuerste Stromfresser sind. Diese Geräte scheiden definitiv als Alternativen aus.
Geeignete Photovoltaikmodule sind kaum noch in Baumärkten oder von Solarbauunternehmen zu bekommen. Die Lieferzeiten für Photovoltaik können bis zu 6 Monate oder mehr dauern. Auch sind die Energie-Netzwerkunternehmen völlig überlastet. Denn beim Anschluss von fertig installierten Photovoltaikanlagen müssen die Netzbetreiber jede fertig montierte Photovoltaikanlage technisch abnehmen und offiziell für den Betrieb = Netzeinspeisung genehmigen. Im Sommer 2022 können die Wartezeiten schon 6-8 Wochen dauern, da mit den neuen Beschlüssen der Bundesregierung zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) ein Photovoltaik-Boom eingesetzt hat.

Wer kann kompetent und umfassend informieren?

Vor dem Vernichtungskrieg von Putin lag der Schwerpunkt einer Energieberatung auf Effizienzgewinnung, um weniger fossile Brennstoffe einzusetzen. Die Priorität wechselt immer spürbarer in Richtung Erneuerbare Energieanlagen.
Da Fachfirmen und viele Energieberatungsunternehmen komplett ausgebucht sind, bieten auch gemeinnützige und öffentliche Organisationen Erst-Beratungen an.

Beratungsformen

Energie-Erstansprache

Leider stagnieren die energetischen Sanierungsquoten im Gebäudebestand. Hauptgrund sind ineffektive Energieberatungsstrukturen.
Menschen wollen zunächst einmal einen Überblick haben, welche Möglichkeiten speziell für das eigene Gebäude existieren (Grüne Stufe „Erstansprache“). Früher fehlte diese Erstinformation.
Die bisherigen Energieberatungssysteme sind u. a. deswegen gescheitert, weil das Hauptziel der Energieberatung praktisch nur auf -Einsparquoten senken- ausgerichtet war. So endete der erste Kontakt meist auch mit einer kompletten Aufnahme der Gebäudehülle, um optimale Werte für Dämmmaßnahmen zu erhalten.
Das funktioniert heute nicht mehr. Denn es macht keinen Sinn als erste Maßnahme eine teure Außenwand-Volldämmung durchzuführen oder Fenster und Türen auszutauschen. Denn bei einem durchaus realistischen Ausfall der Gas- oder Öllieferungen besitzt das Haus zwar eine gute Dämmung. Die Einsparquote liegt dann bei 100%, denn durch den Totalausfall der Heizung ist es im Gebäude eiskalt.
Die Priorität liegt auf Energiewende-Beratungen und Umstieg auf erneuerbare Anlagentechnik! Entsprechend muss dies für eine nennenswerte Energieunabhängigkeit berücksichtigt werden.

Unterstützung durch NGOs

Neu im Bereich Erstinformation sind Angebote von gemeinnützigen Organisationen. In Zusammenarbeit mit den Kommunen bietet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Vorträge, Energietage, Förderungen für Klimaschutzkampagnen an. Eine Stärkung erreicht die DBU durch die Einführung der neuen Energieberatungsstufe „Erstinformation“ in der Kampagne: Zukunft Zuhause – Nachhaltig sanieren.

Menschen wünschen sich mehr relevante Informationen, wie sie vom Gas weg kommen und durch Erneuerbare Energien mindestens die Hälfte weniger für Strom, Wärme und Mobilität bezahlen werden. Ein neuer Ansatz sind Energie-Wende-Zentren.
NGOs bilden ehrenamtliche Solarberater, um beispielsweise über Steckermodule zu informieren, umgangssprachlich „Balkonkraftwerke“. Teilnehmende NGOs vom „Wattbewerb“ organisieren inzwischen schon Massenbestellungen von Photovoltaik-Balkonkraftwerken.

Um möglichst viele Menschen die Frage nach Erneuerbaren Energien im Heizungskeller zu beantworten informieren zahlreiche Internetangebote. Auch staatliche und öffentliche Institutionen, wie kommunale Energieberatungen, geben oft wertvolle Tipps und können Fachfirmen und Expertinnen vermitteln.

Hinweis:
Für Nichtwohngebäude bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zusätzliche Energieberatungsangebote.

 

Alternativen weg  von Gas und Öl

 

Linkliste

Abstandsvorgabe Wärmepumpe 1
Abstandsvorgabe Wärmepumpe 2 

Alternativen zu Gas oder Öl
Balkon Dämmen
Berechnung Wirkungsweise Wärmepumpen im Altbau 1978-1994 mit Heizlast  und Vorlauf
CO₂-Infoseite für Infrarotheizungen
DBU Kampagne „Zukunft – Zuhause“
Energetisches Gleichgewicht im solare Anthropozän
Energieberatung Nichtwohngebäude durch die Bundesregierung
Energieflatrate im Mehrfamilienhaus

Energiewendezentrum
Fach-Berechnung von Wärmeverluste in Wänden
Fensterrahmen
Fenster-Verglasung
Fragen zu Wärmepumpen im Altbau
Heizflächen
Infrarotheizung Video

Internationales Informationszentrum für nachhaltige SGD-Entwicklung
Lieferzeiten Photovoltaik
Lösungsstudie Energieunabhängigkeit Bericht Klimareporter
Lösungsstudie Energieunabhängigkeit Bericht Tagesschau
Lösungsstudie Energieunabhängigkeit deutsche Version
Lösungsstudie Energieunabhängigkeit PDF
Mischregelung Wärmepumpe
Onlineberatung Wärmepumpen (Onlineangebot der Europäischen Energiewende Community in Arbeit. Link folgt in Kürze)
Pflicht Wärmepumpe Abstand 1 Meter
Pflicht Wärmepumpe Abstand 3 Meter
PV-Anlagen im 1-2 Familienhaus
Schallrechner Wärmepumpen
Schimmel und Lüften
Spezielle Bauteile und deren Dämmeigenschaften: Dicke Wände
Steuerung Niedertemperatur Wärmepumpe
Stromnetz Energiezellen ausbauen
Stromspeicher
Thermostatventil
VDE-Studie Energiezellen
Vorlauftemperatur Wärmepumpe
Wärmepumpen Definition und Grundlagen
Wissenschaftliche Grundlagen

 

 

 

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Über Juergen Eiselt 11 Artikel
Klimaaktivist von Anfang an - erste Demo gegen Kohlekraftwerke schon Anfang der 1980er Jahre - Ausbildung: - Projektmanager für erneuerbare Energien, inklusive Energieberatungsausbildung - Berufserfahrungen: - Photovoltaikplanungen, Vertrieb und Energieberatungen vor Ort - Kommunikation: Energiefachbuchautor / Publizist - Vorträge und Präsentationen rund um Klimaschutz und erneuerbare Energien - Unterstützung von Umwelt- und Klimaschutzverbände