Energiewende bis 2030 umsetzen! Let There Be Rock

Machen ist wie wollen, nur krasser

Über 28.000 Wissenschaftler von „Scientists 4 Future“ kommen zu einem eindeutigen und unmissverständlichen Schluss: „Uns bleibt nur noch eine Dekade, bevor wir den Klimawandel nicht mehr kontrollieren können“.
Die von der Großen Koalition 2021 verabschiedeten Gesetze zu Kohleausstieg, Gebäudeenergie und Klimaschutz liegen meilenweit entfernt vom völkerrechtlich verbindlichen Pariser Klimaschutzpfad und den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Wie bei Corona ist zur Stabilisierung der Umweltbedingungen eine radikale Bundesnotbremse notwendig.

 

Umweltschäden wie Dürre, überhitztes Niedrigwasser im Sommer, flächendeckendes Waldsterben, verheerende Waldbrände, Stürme und Hochwasser von nie gekanntem Ausmaß können nur einen Schluss zulassen:
JETZT muss eine relevante CO2-Reduzierung mit radikalen Maßnahmen eingeleitet und kompromisslos umgesetzt werden.

Bürger-Energiewende umsetzen

Der Schlüssel zu einer gesellschaftlich akzeptierten Energiewende liegt in demokratischen Bürgerenergie-Gemeinschaften.
Gerade in kommunalen Strukturen finanziert und organisiert Bürgerenergie Energieerzeugung, Verteilung und wirtschaftlichen Betrieb. Dadurch entsteht nach der Energiezellenformel: „Energetisches Angebot = Energetische Nachfrage“ ein energetisches Gleichgewicht.

 

Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2030

Die Sonne liefert ca. 8000-mal mehr Energie, als die Menschheit benötigt. Energie ist genug da. Sie muss nur umgewandelt werden. Hierzu sind Technik und Flächen vorhanden.
Daniel Bannasch von Metropolsolar zeigt mit der Solarstrategie, wie die Umsetzung funktioniert und sogar auf einem Bierdeckel erklärt werden kann.

 

Mobilität E-Auto und Wärmewende

Reichweite, Ladezeiten und technische Anforderungen für E-Fahrzeuge sind kein Problem mehr.
Fahrzeuge agieren auch untereinander, sind schnell aufgeladen und Xsorgen durch Rückladen in die Gebäude für eine ausgeglichene Energiebilanz (ohne zentrale Stromnetz-Architektur). Das bedeutet:
Wärmepumpen oder Infrarotheizungen heizen oder kühlen ohne Dauer-Strombezug aus dem öffentlichen Stromnetz die Wohnungen, auch Mietwohnungen.
Heute ist es selbstverständlich, beim Nachbarn zu klingeln, wenn ein Werkzeug, Mehl, Brot oder Getränke gerade ausgegangen sind. Genauso wird es auch beim E-Fahrzeug kommen und wenige kWh können per direkte Ladekabelverbindung der E-Fahrzeuge ausgetauscht werden.
Wärme, die bisher ungenutzt blieb, wird im neuen Zeitalter der erneuerbaren Energien gespeichert und dorthin transportiert, wo diese benötigt wird.
Der Umbau zu Solarthermie, Wärmepumpen und der Ausbau von Nahwärmenetzen basieren auf erneuerbaren Energien. Das Gleiche gilt für Kühlungsenergie im Sommer.

 

Dezentrale Energiewende

Ganze Regionen stellen beim Strom, der Wärme und in der Mobilität auf CO2-freie Techniken und Angebote um (Musterbeispiel Rhein-Hunsrück-Kreis).
Die Umsetzung einer dezentralen Energiezelle erfolgt dadurch, dass vorhandene Megawattstunden (MWh) durch Photovoltaikanlagen, Windkrafträder, Biogasenergie, Geothermie-Energie oder Wasserkraft in die Gesamtberechnung vom Bedarf innerhalb einer Energiezelle einbezogen werden. Die fehlenden erneuerbaren MWh werden durch maximale Ausnutzung von Fläche und vorhandene Technik erzeugt, bzw. extern bezogen (Energiezellenkonzept). Das kann auch eine kleine Wasserstofffabrik sein.

Finanzierung

Bisher hatten nur Aktienkonzerne und Großbanken die finanziellen Mittel für kapitalintensive Investitionen und Werbung. Zu Beginn der industriellen Revolution konnten Städte oder Privatpersonen niemals das Geld für Bergwerke, Lokomotiven, Wagen, Schienenbau und Bahnhöfe aufbringen.
Investitionen in eine umfangreiche Infrastruktur zur Wasserstoffherstellung und dem Einsatz als Prozesswärme, beispielsweise in der Stahlindustrie, finanzieren zukünftig nur noch Großkonzerne.
Beim weltweit größten Rockkonzert „Live Aid“, nach dem Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame oder beim Start von kapitalintensiven Crowdfunding-Unternehmen kamen in kurzer Zeit Millionen Dollar oder Euro zusammen. Ganze Solarparks sind so schon entstanden.
Weitere neue Finanzierungsoptionen sind Contracting, Leasing oder nicht-staatliche Fördertöpfe.
Gleichzeitig profitieren besonders ländliche Gebiete und Kommunen von Konjunkturprogrammen auf Basis von dezentralen Energiestrukturen und Energiezellen.
So könnten neue flächendeckende Projekte mit reichlich begleitender Medienunterstützung gestartet werden, die sonst niemals realisiert worden wären.

Gesetzliche Initiativen

Zahlreiche Umwelt- und Klimaschutzorganisationen haben gemeinsam politische Rahmenbedingungen in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität erarbeitet, damit die Klimaziele bis 2030 erreicht werden.
Ein erfolgversprechender Gesetzvorschlag veröffentlichte die Energy Watch Group. Unabhängig und ergänzend zum Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) schlägt die Energy Watch Group ein neues Gesetz für versorgungssichere Erneuerbare-Energien-Systeme vor. Das Gesetz soll sofort nach der Bundestagswahl im September 2021 umgesetzt werden. Dies wird genauso ein Konjunkturmotor, wie das Erfolgsmodell EEG im Jahr 2000.
Doch mit welchen Strategien erreichen wir bis 2030 den kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien, trotz Ausstieg aus der Kohle und Atomkraft?

Politischer Kurswechsel

In der Bevölkerung, besonders in der Klimaschutzbewegung, ist der Wille nach einem radikalen Kurswechsel fest verankert.
Über 1,4 Millionen Menschen waren an einem Tag (20.09.2019) für schnellen Klimaschutz auf der Straße. Egal ob auf Demonstrationen, in Onlineschulungen, Botschafter in den sozialen Medien, unbequeme Fragen in Parlamenten und Medien, Artikelschreiber, kritischen Medienberichten, Think-Tanks wie die Europäische Energiewende Community (Online-Magazin / Facebookgruppe) oder als Influencer.
Klimabewegte denken an lebensfähige Lebensbedingungen nachfolgender Generationen und fordern seit Greta Thunberg eine verfassungsgemäße und völkerrechtlich verbindliche Klimapolitik.
Klimafeindliche Zusammenschlüsse wie der „CDU-Wirtschaftrat“, die sogenannte „Werte-Union“ der CDU oder Manager der fossilen Wirtschaftsbranchen manipulierten die Öffentlichkeit durch Lügen, Betrug und Korruption. Wie dies unter eigenartigen und zutiefst undemokratischen Verfehlungen geschah, zeigte unter anderem die ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“.
Auch Windkraftgegner arbeiten mit politischen Gremien, industrienahen Institutionen und der AfD zusammen. Sie schafften es sogar bis in das Energieministerium in Berlin und sind sehr gut vernetzt.

Fazit:

Die klimaschutzrelevante Energiewende ist völkerrechtlich vorgeschrieben, mit unserer Verfassung vereinbar und bis 2030 logistisch, technisch und politisch umsetzbar – siehe Studie der Energy Watch Group.
Durchdachte Konzepte, die richtigen Gesetze / politische Rahmenbedingungen und wirtschaftlich umsetzbare Gegenmaßnahmen ermöglichen es uns, in der nächsten Dekade diese Menschheitsaufgabe umzusetzen.
Das einzige was fehlt ist der politische Willen. Zur Bundestagswahl sollten nur Parteien gewählt werden, die diesen Anspruch nicht nur auf dem Papier vertreten.
Wer auch immer an Koalitionsverhandlungen für eine neue Bundesregierung beteiligt ist: nur mit dem unbedingten Willen die gefährliche Erderwärmung zu stoppen, wird die bereits eingetretene Disruption (Fachbuch Tony Seba: „Saubere Revolution 2030“) gestoppt und der soziale Frieden gerettet.

 

 

 

 


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Machen ist wie wollen, nur krasser – Über 28.000 Wissenschaftler von „Scientists 4 Future“ kommen zu einem eindeutigen und unmissverständlichen Schluss: „Uns bleibt nur noch eine Dekade, bis wir den Klimawandel nicht mehr kontrollieren können“

 

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Über Juergen Eiselt 8 Artikel
Klimaaktivist von Anfang an - erste Demo gegen Kohlekraftwerke schon Anfang der 1980er Jahre - Ausbildung: - Projektmanager für erneuerbare Energien, inklusive Energieberatungsausbildung - Berufserfahrungen: - Photovoltaikplanungen, Vertrieb und Energieberatungen vor Ort - Kommunikation: Energiefachbuchautor / Publizist - Vorträge und Präsentationen rund um Klimaschutz und erneuerbare Energien - Unterstützung von Umwelt- und Klimaschutzverbände